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postheadericon Aktuelle Wahl

 

Die aktuelle Bilderwahl der Griffelkunst-Ortsgruppe Ratingen findet am 13. November 2010 von 15 - 17 Uhr im Stadtmuseum Ratingen statt.

Aus der Mitgliederzeitung zur 337. und 338. Wahl Frühjahr 2010:

"Liebe Griffelkunst-Mitglieder,

große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Die griffelkunst wird im Herbst 2010 zum sechsten Mal den Graphikpreis der Griffelkunst-Mitglieder verleihen. Unter dem Titel Druckreif - Junge Künstler und Künstlerinnen erproben die Werkstätten vergeben wir in diesem Jahr den Preis für besonderes Engagement und Talent für die Druckgraphik unter der jüngeren Künstlergeneration. Wir stecken schon mitten in den Vorbereitungen, täglich treffen Sendungen der 56 eingeladenen Künstler ein, die uns von Professorinnen und Professoren der renommierten Kunsthochschulen vorgeschlagen wurden. Unsere Jury wird aus allen Einsendungen eine Auswahl treffen, die wir in einer Ausstellung im Kunsthaus präsentieren und daraus einen oder mehrere Gewinner ermitteln werden. Zwar haben wir schon Rücklagen gebildet, dennoch würden wir uns sehr freuen, wenn Sie durch Ihre Spende zur Aufstockung des Preises beitragen würden. Am Montag, dem 27. September 2010 werden wir die Gewinner im Rahmen der Ausstellungseröffnung bekannt geben, zu der wir Sie schon jetzt herzlich einladen möchten. Wenn Sie das Ergebnis unseres Wettbewerbs keinesfalls verpassen wollen, nutzen Sie die Gelegenheit und bestellen gleich den begleitenden Katalog zum Vorzugspreis, auch damit unterstützen Sie unsere Arbeit.
Den Auftakt unserer Frühjahrswahl bilden die sechs Farblithographien von Bärbel Messmann. Die in Köln lebende Künstlerin widmet sich in ihrer Arbeit dem Thema Farbe. In unterschiedlicher Dichte hat sie Ornamente, Arabesken, Liniengeflechte und Muster auf den Stein getuscht und so eine beziehungsreiche Serie geschaffen, in der sich die Bilder zu einem System von aufeinander verweisenden und kommentierenden Strukturen formieren. Dabei nehmen die Graphiken aufeinander Bezug und sind bewusst als Serie zusammengestellt worden. Die Blätter korrespondieren miteinander und lassen vielfältige Verbindungen entstehen.

Mit der Serie von Robert Lebeck werden wir nicht nur den photobegeisterten Mitgliedern eine Freude machen. Viele von Ihnen werden seine berühmt gewordenen Photos von Politikern und Prominenten wiedererkennen, die vor allem in seinerzeit als Photoreporter beim Stern entstanden sind. Den Fokus unserer Edition haben wir auf die bundesdeutsche Geschichte gelegt, die Robert Lebeck mit seiner Kamera als Zeitzeuge begleitet hat. Um der Serie von hochwertigen Baryt-prints den richtigen Rahmen zu geben, haben wir eine neue Mappe entwickelt und hoffen, Sie auch damit erfreuen zu können.

In seinen Graphiken beschäftigt sich der in Berlin lebende Künstler Markus Draper mit modellhaften Inszenierungen, die er mittels verschiedener Eingriffe zuabstrakten Strukturen mit diffuser Farbigkeit reduziert. Es sind keine erzählerischen Bilder, vielmehr zeigt uns der Künstler eine selbstkreierte Modellwelt, die er durch Bildbearbeitung und Drucktechnik atmosphärisch verdichtet.
Andreas Hofer, alias Andy Hope 1930, verdanken wir eine ungewöhnliche Edition, die auf sechs Romane des Sciene-Fiction Autors J.G. Ballard zurückgeht. Der Künstler verwendet die Titelseiten der Romane als Grundlage für seine Zeichnungen, die er in Vernis Mou Technik darüber gelegt hat, so dass sie wie mit Filzstift gezeichnet anmuten. Hofer verbindet hier wie in seinem gesamten künstlerischen Werk verschiedene Techniken und Einflüsse miteinander zu einem eigenen Kosmos, in dem Zeichnung und Collage, Science-Fiction und Comic wiederkehrende Größen sind.
Die Motive des Hamburger Künstlers Gunter Reski scheinen förmlich auf dem Lithostein zu explodieren. Der Comicsprache entlehnt knallen dem Betrachter Sätze wie „Das Lächeln im Kreise macht alle ganz leise" oder auch „Zuviel Licht im Hirn macht Schatten auf der Zunge" entgegen. Vom Künstler erfunden werden die Texte malerisch eingesetzt und gehen vollkommen in dem Bild auf. Gekonnt hat Reski seine Malerei in die Lithographie übersetzt und mit spielerischer Leichtigkeit kraftvolle, unverwechselbare Bildfindungen geschaffen.
Mit Milena Aguilar verlegen wir eine Meisterin der Radierung, die für uns sechs großformatige Platten bearbeitet hat. Durch die Kombination der verschiedenen Radiertechniken schafft sie ein räumliches Gefüge, das den Blättern eine einzigartige Tiefe verleiht. Der Malerin gelingt es, den leblosen Insekten, die ihr als Vorlage dienen, Leben einzuhauchen und dadurch auch Gedanken über die Beziehung von Leben und Tod freizusetzen.
Wir freuen uns, als Einzelblätter zwei großformatige Photographien von Gisela Bul-lacher anbieten zu können, die sowohl zusammen als auch einzeln Bestand haben. Die Künstlerin hat für die Aufnahmen Grüner und gelber Türspalt den durch eine angelehnte Tür fallenden Lichtstreifen als Grenzbereich inszeniert. Mit dem hell erleuchteten Türspalt als einzige Lichtquelle des Bildes macht sie den Kontrast zwischen hell und dunkel, schwarz und farbig, Form und Fläche, Licht und Schatten als Konstanten jeder Photographie erfahrbar.
Der Hamburger Dieter Roth Foundation ist es zu verdanken, dass wir zwei bislang unveröffentlichte Lithographien von Dieter Roth verlegen können. Die Steine wurden bereits Mitte der 1970er Jahre von Roth in dessen eigenem Druckstudio in Braunschweig-Oelper gezeichnet, jedoch niemals gedruckt. Seit 1966 hat die Griffelkunst Druckgraphiken von Roth verlegt und es darf als editorischer Glücksfall angesehen werden, dass wir nun die beiden Lithographien edieren dürfen.
Ebenfalls in der Dieter-Roth-Foundation befand sich eine Originalradierplatte von Dorothy lannone, die bereits 1971 in einer Auflage von 35 Exemplaren erschienen ist. Mit Lorelei edieren wir nun eine farbig gedruckte Variante dieser Radierung, in der die Künstlerin in Texten und Bildern ihre Beziehung zu Dieter Roth thematisiert, mit dem sie in den 1960er Jahren zusammenlebte und mit dem sie schließlich eine lebenslange Freundschaft verband.
Mit den Rückmeldungen auf unsere Mitgliederbefragung haben Sie mehrheitlich für künftige Mitgliederversammlungen am Samstag Nachmittag plädiert. Gerne entsprechen wir diesem Wunsch.

Wir wünschen Ihnen eine spannende und abwechslungsreiche Bilderwahl!


Ihr Harald Rüggeberg und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der griffelkunst"

 
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